Die schlimme Angst war gehäkelt. In Schlingen und
Luftmaschen fiel sie rundum bis zum Boden vom
Wohnzimmertisch, unter dem das Kind sich so oft
versteckt hielt.
Gisas Kindheit ist von diffuser Angst geprägt. Als
Jugendliche reagiert sie panisch auf Nähe und flieht,
sobald sich eine Liebe entwickeln könnte. Sie versteht
sich nicht und hält sich für verrückt. Jahrzehnte später
erfährt sie den Grund für ihre Verstörung.
Christa Ludwig erzählt die Geschichte einer Frau, die
mit einem pädophilen Vater aufgewachsen ist. Sie zeigt
die Perspektive der Tochter, aber auch die des Vaters,
und wie das Verschweigen der Bedrohung beide in die
Isolation drängt.
Ich war niemals jung. Zumindest nicht freiwillig.
Ich habe den anderen fassungslos zugeschaut
bei ihrem Jungsein.
Das denkt Gisa Jahrzehnte nach ihrer Kindheit und
Jugend. Vater und Tochter sind verbunden durch
gemeinsame Interessen, umso verwirrender ist für
Gisa die Atmosphäre von Gefahr, die sie spürt, sobald
sie mit ihm zusammen ist. Die Gründe dafür erfährt sie
erst nach seinem Tod. Christa Ludwig verzichtet auf
Schuldzuweisungen. Sie erzählt, wie ein Kind durch
das Zusammenleben mit einem pädophilen Vater einen
Schaden erleidet. Und wie ein Mann versucht, sein Kind
vor sich zu schützen.
Verlag osbert+spenza Zu Leseprobe und Verlag
Hardcover, Schutzumschlag mit Lesebändchen
192 Seiten Erste Leserstimmen
24 Euro