Mit Siebenmeilenstiefeln
mit weitaus mehr als Siebenzeilenstiefeln
durch mein Leben

1949 – 1956
0 bis 7 Jahre,

 

in denen ich angeblich Gedichte erfand, aber davon weiß ich nichts mehr.
In der kleinen Stadt Wolfhagen in der Nähe von Kassel geboren,
das Auto, mit dem meine Mutter zur Entbindung gefahren wurde, blieb im Schnee stecken, wir mussten alle aussteigen und schieben, sogar meine Mutter und ich, aber auch davon weiß ich nichts mehr, überhaupt habe ich wenig Erinnerungen an diese Zeit, nur: 'Jorinde und Joringel' war mein Lieblingsmärchen, am Ende   dieser sieben Jahre geschah die große Veränderung: ich lernte die Zeichen in den Büchern verstehen und tat den großen

 

Schritt ins Lesen


1956 – 1963
7 bis 14 Jahre
in denen ich Abenteuerbücher schrieb (viele erste Kapitel, wenige zweite, kaum dritte).

 

Umzug nach Dortmund, da gab es eine riesige Bibliothek mit Kinder- und Jugendbüchern! Mit sieben Jahren hatte ich einen Leseausweis, den habe ich leider verloren, schade, es war meine zweite Geburtsurkunde, aus den vielen Lieblingsbüchern dieser Zeit nenne ich nur drei und noch eins dazu:
Rudyard Kipling 'Die Katze, die für sich allein ging' (für alle Katzen, die ich liebte)
Rosemary Sutcliff 'Scharlachrot'
(für alle Hunde, die ich liebte)
Mary O'Hara 'Flicka'
(für alle Pferde, die ich liebte)
das vierte Buch ragt über diese Zeit hinaus:
Herbert Kaufmann 'Roter Mond und Heiße Zeit',
ein Abenteuerroman,
aber auch eine Liebesgeschichte
und die traurige Erzählung von einem sehr jungen Dichter.
Und endlich endlich darf ich reiten lernen! So beginnt mein

 

Ritt ins Leben

1963-1970
14 bis 21 Jahre,


in denen ich – heimlich – Gedichte schrieb.
Das Übliche: Schule beendet, Studium begonnen,
Germanistik, Anglistik und Sprecherziehung in Münster,
sehr viele Lieblingsbücher, die meisten mit Gedichten, die ich auswendig lernte und einem schwierigen Pferd, das ich reiten durfte, vorsprach, das immer ganz ruhig wurde, wenn es Rilke hörte, sage noch einer, Gedichte hätten keinen praktischen Nutzen, sie haben mich mehrmals gerettet, aber dann gab ich mir endlich den fälligen

 

Tritt ins Leben


1970 – 1977
21 bis 28 Jahre,


in denen ich Theaterstücke schrieb, viele erste Akte, wenige zweite, keine dritten,
Umzug nach Berlin,
viele neue Lieblingsbücher, meist Theaterstücke,
bis zu sieben Mal in der Woche saß ich in Berliner Theatern,
Studium abgeschlossen, kurze Zeit als Lehrerin gearbeitet,
aber dann die große Veränderung und ich lande endlich

mitten im Leben


1977 – 1984
28 bis 35 Jahre
in denen ich anfing, Bücher zuende zu schreiben.

Ich finde meine Familie, mit meinen Kindern fange ich wieder an Kinderbücher zu lesen, ich nenne nur drei Lieblinge:
Astrid Lindgren 'Lotta zieht um' Kenneth Grahame 'Der Wind in den Weiden' Astrid Lindgren 'Die Brüder Löwenherz' Ich habe gefunden, was ich schreiben will. Den Rest sollen meine Bücher erzählen